Rückblick in die Geschichte von Schülp

Bereits um 1000 n. Ch. wurde Schülp erstmalig dokumentarisch als Siedlung erwähnt. Im frühen 12. Jahrhundert wurde zum Schutze und Nutzung der Landwirtschaft der erste Deich in Schülperaltensiel gebaut. Dieser Deich, der im Kern noch vorhanden ist, war einer der ersten Deichbauten in Dithmarschen. Er bestimmte wesentlich die weitere Entwicklung unserer Region.

Schon ab 1490 sprach man von „to Schulpe“, woraus sich dann im Laufe der Jahrhunderte der Ortsname „Schülp“ entstand. Etwa um 1600 herum wurde der Eiderhafen in Schülperneuensiel errichtet. Dieser wurde wesentlich für den Umschlag von Getreide benutzt und behielt seine Bedeutung bis in das 19. Jahrhundert.

Hans Diener lebte von 1863 bis 1943 Im 20. Jahrhundert verlor er seine logistische Aufgabe und wurde immer mehr als Yachthafen frequentiert – so auch heute. 1886 brachte der aus Kiel stammende „Junggärtner“, Hans Diener die ersten Begonien zu uns. Durch ihn, seine Nachfahren und weitere Gärtnerfamilien wurde der Grundstein für das „Blumendorf Schülp“ gelegt.

Es entstand eine im wahrsten Sinne des Wortes ein „blühendes Anbaugebiet“ für Begonien, Tulpenzwiebeln, Narzissen, Gladiolen und Gloxinien – ein Magnet für Besucher! Über Dekaden wurde jährlich noch bis 1970 eine Tulpenkönigin gewählt. Die Gemeinde wurde durch dieses umweltfreundliche Gewerbe überregional bekannt und trägt heute noch mit Stolz den Zusatz „Blumendorf“ Schülp.

Kohlernte in Schülp mit PferdegespannSchon ab 1900 entwickelte sich ein weiterer, oekonomisch und oekologisch wichtiger Wirtschaftzweig in unserer Gemeinde und in Dithmarschen Die Bauern und Gärtner entdeckten die besonderen Eigenschaften und Fruchtbarkeit des Dithmarscher Marschbodens besonders geeignet für den Kohlanbau. Um diesen erfolgreich zu entwickeln wurde von einigen Gärtnereien die Aufzucht von Kohlpflanzen in stetig wachsendem Umfang betrieben. Die Kohlpflanzenzucht deckt heute 70 % des Bedarfes im Kohlanbaugebiet Dithmarschen.

Durch diesen Erfolg konnte der Blumen- und Knollenanbau, der durch ständig wachsende ausländische Konkurrenz insbesondere aus Holland zurückging, wirtschaftlich kompensiert und ergänzt werden. Die Region ist inzwischen zum größten Gemüseanbaugebiet Europas gewachsen.